Evolutionsstufenmodell

Intelligenz und Lernen hängen immer mit der Bewegungsfähigkeit des Menschen zusammen. Durch Bewegung bildet sich unser gesamtes Netzwerk im Gehirn aus.

Darauf bezieht sich die Evolutionspädagogik mit ihrem Evolutionsstufenmodell.

 

Der Grundpfeiler dieses Modells ist die Tatsache, dass jeder Mensch vom Zeitpunkt der Zeugung bis zu seinem vierten Lebensjahr organisch und motorisch die einzelnen Entwicklungsstufen der Evolution durchläuft.

Durch die frühkindlichen Bewegungs- und Verhaltensmuster bildet sich das Netzwerk des Gehirns allmählich aus. Dazu gehören das Rollen, Robben, Krabbeln, Vierfüßlergang bis hin zum vollständigen Aufrichten und der Sprachentwicklung. Modellhaft werden sieben Bewegungsmuster unserer Entwicklung in der Evolutionspädagogik® übernommen.

Hatte ein Kind nicht die Möglichkeit alle Bewegungsmuster zu erfahren, können unter Umständen Schwierigkeiten in der Koordination, im Verhalten und im Denken die Folge sein. Auch Stressblockaden können solche Defizite auslösen.

Die neuesten Forschungen der Neurologie besagen glücklicherweise, dass unser Gehirn ein Leben lang formbar ist. Alle Bewegungsmuster und emotionalen Fähigkeiten können mit einfachen Bewegungen lebenslang noch trainiert, stabilisiert und integriert werden. Somit ist das Evolutionsstufenmodell für alle Altersstufen und Lebenslagen geeignet.

Beschreibung der Stufen

Die sieben Evolutionsstufen entsprechen den Entwicklungsstufen des menschlichen Gehirns.

Jede Stufe hat ihre eigenen Qualitäten. Nur wenn wir Menschen es schaffen, Einseitigkeit zu vermeiden, finden wir in unser Gleichgewicht. Dann kann das Leben „fließen“!

1. Stufe: Fisch – Ursicherheit: Im Einklang mit sich und dem Leben

  • Positiv: Gefühl, dass für mich gesorgt wird; positive Lebenseinstellung, Lebensmut, Vertrauen ins eigene Leben haben
  • Blockiert: unbewusste Ängste, Zukunftsängste, Weigerung erwachsen zu werden, kein Vertrauen zu sich selbst haben
  • Ich genieße die Ruhe und Ausgeglichenheit, weiß aber trotzdem, dass ich ohne Bewegung im Leben nicht weiterkomme. Ich fühle mich im "Auf und Ab" des Lebens sicher und getragen.

2. Stufe: Amphibie – Erlebnissicherheit: neugierig sein und sich zurückziehen und damit schützen können

  • Positiv: Ich bin der Welt gegenüber neugierig, ich entdecke die Welt ganz aktiv; ich kann mich gleichzeitig zurückziehen und mich dadurch auch angemessen schützen
  • Blockiert: Risiken und Gefahren nicht abschätzen können, immer den ultimativen Kick suchen, übertriebene Ängstlichkeit, Null Bock-Verhalten
  • Ich möchte die Welt entdecken und trotzdem sehe ich immer wieder die Möglichkeit, mich auch zurückzuziehen und damit zu schützen.

3. Stufe: Reptil – Körpersicherheit: Aufmerksam sein und zum richtigen Zeitpunkt blitzartig loslegen können.

  • Positiv: zum richtigen Zeitpunkt zielgerichtet handeln können, Körperkraft einsetzen und auch wieder zurücknehmen können, seine Kraft und Energie richtig einbringen können
  • Blockiert: aggressiv sein, schlagen, beißen, kratzen, Bettnässen, ADS, ADHS, Nägelkauen, phlegmatisch sein, Träumer bis hin zur Bewegungslosigkeit
  • Ich kann aufmerksam und ruhig sein und trotzdem zum richtigen Zeitpunkt schnell handeln.

4. Stufe: Säugetier – Gefühlssicherheit: Emotionen richtig wahrnehmen können; das Gefühl für Nähe und Distanz zu haben und dies auch zu spüren

  • Positiv: Emotionen bewusst wahrnehmen können; Wissen, wann ist Distanz und wann ist Nähe erforderlich, Lust am Lernen und Entdecken
  • Blockiert: Übersteigerte Kontaktfreudigkeit, Distanzlosigkeit, extreme Zurückhaltung, Beziehungsprobleme, Lernschwierigkeiten
  • Ich spüre, wann ich jemandem nahe sein kann, aber auch, wann es Zeit ist, mich zurückzuziehen.

5. Stufe: Affe – Gruppensicherheit: Eigenständig handeln und sich gleichzeitig anpassen können

  • Positiv: zielgerichtet handeln können, Verantwortung übernehmen können, Regeln einhalten können, sich in eine Gruppe integrieren können, Ich-Stärke haben, für sich selber sorgen können (Ich-bezogenes Handeln)
  • Blockiert: sich immer nur unterordnen, nur in der Gruppe stark sein können, Regeln einhalten fällt schwer, fehlende Individualität und Ich-Stärke
  • Ich fühle mich in der Gruppe wohl und kann mich unterordnen, ich darf aber auch egoistisch sein und mich alleine beschäftigen.

6. Stufe: Urmensch – Sprachsicherheit: Sich in Position bringen – seine Position finden und anführen können; in die Sprache kommen

  • Positiv: Konflikte sprachlich lösen können, Gefühle sprachlich ausdrücken können, Antworten suchen, Einfluss auf ein Geschehen nehmen können
  • Blockiert: Neigung zu Kraftausdrücken, Konflikte nur körperlich (z.B.: mit Schlagen) und nicht sprachlich lösen können, machohaftes Verhalten, sich hinter anderen verstecken
  • Ich finde meine Position und kann meine Bedürfnisse, Wünsche und Emotionen durch Sprache ausdrücken.

 

7. Stufe: Moderner Mensch: Empathiefähig sein und gleichzeitig die Fähigkeit zum Systematisieren haben

  • Positiv: hohe soziale Kompetenz haben, Mitgefühl für die anderen haben, Genauigkeit in der Arbeit, Detailaufmerksamkeit
  • Blockiert: sich für andere aufopfern, Verständnis für jeden und alles haben, sich zu sehr zurücknehmen, Helfersyndrom, nur das Ziel im Auge haben (Der Weg ist das Ziel!!!), keine Rücksicht auf andere nehmen,
  • Ich habe ein starkes Mitgefühl für andere Menschen und kann mich gleichzeitig  gut organisieren und systematisieren.